Projektbeschreibung :
Die Kunst der Aborigines steht in direktem
Zusammenhang mit ihrer Religion, die alle Bereiche der Kultur prägt.
Wie die Religion beschäftigt sich auch die Kunst der Aborigines mit
ihrem Land, die Bilder (der Aborigines) sind oft geographische und
mythologische Landkarten.
Sie
stellen die Gegend des Künstlers oder der Künstlerin aus der
Vogelperspektive dar und deuten sie spirituell in einer für unsere
Augen abstrakten Verfremdung. Anhand der Malerei, als einer zentralen
religiösen Ausdrucksform des indigenen australischen Weltbildes,
lässt sich Zugang zum
Besonderen dieser Kultur (mit 60.000 Jahren die älteste der Welt)
finden.
Während einer
Australienreise 1999 wurde die direkte Begegnung mit der Kunst der Aborigines
zur Inspiration für zwei europäische Künstler. Bei
Richard Byrdy (Malerei und
Digitalkunst, lebt und arbeitet in Darmstadt) und Artur Gburek
(Skulpturen, lebt und arbeitet in Polen) erweckte sie das Bedürfnis
ihre Australien- Eindrücke künstlerisch zu verarbeiten. Vor allem die
Konfrontation mit der Tatsache, dass die Kultur und Kunst der Aborigines
vom heutigen Australien zumeist als irrelevant erachtet, höchstens
aber romantisch verklärt als Touristenattraktion benutzt wird, wurde
zum entscheidenden Auslöser für eine spezifische Schaffensperiode der
beiden Künstler.
Darüber hinaus initiierte
sie auch die Gründung des Vereins artalfa.
artalfa e.V. ist ein
gemeinnütziger Verein, bestehend aus Künstlern verschiedener Metiers,
der sich für die Kultur der Ersten Australier und deren Menschenrechte
einsetzt.
Australien ist das einzige
Commonwealth-Land und eines der wenigen in der Welt überhaupt, das
kein Abkommen mit seiner Eingeborenen-Bevölkerung hat, das dieser z.B.
die Anerkennung in der Verfassung gewährt.
Nicht nur deshalb ist
Australien der erste demokratische Staat der westlichen Welt, der auf
Grund seiner Rassenpolitik vom "UN-Komitee zur Beseitigung der
Rassendiskriminierung" aufgefordert wurde, diese zu erläutern.
Die Ausstellung
ANDERS SEHEN wird als Behauptung
eines
"stillen Dialogs" zwischen
den beiden europäischen Künstlern und den Aborigines-Künstlern
inszeniert, deren gemeinsames Anliegen die Verehrung des Landes der
Ureinwohner Australiens sowie die Manifestation von Respekt gegenüber
ihrer Kultur und das Erinnern an diese ist.
Die Exponate werden
dialogisch zusammengestellt und die Unterschiedlichkeit wird zum
Konzept. Die Ausstellung ANDERS SEHEN
versteht sich als Auftakt für einen offenen Dialog zwischen den beiden
Kulturen.
Dank der Leihgaben des
Museums der Weltkulturen Frankfurt und dem Kontakt zu Winjeel Arts in
Alice Springs werden Exponate von Aborigines-Künstlern verschiedener
Regionen vertreten sein, u.a. Tracey Linn Bostock, Bruce Wangurra,
Jullian Davey, Joe Bird Jakamarra, Ron Ansel Parula, Marlene Doolan,
Bomanulla Williams, Alfie Golder, Ricky und Robyn Oak, Katie Briscoe
Napinunga. Somit ermöglicht ANDERS SEHEN dem Besucher einen sehr
umfassenden Einblick in die Kultur der Aborigines
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